"Das schaffen wir alle nicht, was der Bernd geleistet hat"

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27.01.2011

Eine Ära geht zu Ende - mit dem Tod von Bernd Eichinger, dem "Filmsüchtigen", dem einflussreichsten deutschen Filmemacher aller Zeiten. Die Filmbranche trägt Schwarz.

"Mit ihm verliert die deutsche Filmwelt nicht nur einen Produzenten, sondern auch eine eigene Stimme", versucht es Jan Schütte, Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlins, mit Fassung zu formulieren. Die Rede ist von Bernd Eichinger, der am Montag im Alter von 61 Jahren an einem Herzinfarkt starb.

Während eines Abendessens bei dem noblen Italiener Cecconi's am Sunset Boulevard, gemeinsam mit der Familie, Freunden und Geschäftspartnern, erlitt der selbsternannte "Filmsüchtige" urplötzlich einen Herzinfarkt. "Ich habe zu meinem Trost gehört, dass er mitten beim Essen, ohne dass er eine Ahnung hatte, gestorben ist", erzählt der Schweizer Filmproduzent und dreimalige Oscar-Gewinner Arthur Cohn gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Genau so, wie es sich Eichinger einst vorstellte, wenn er anderen gegenüber vom Tode gesprochen hatte. Er wolle nicht leiden, hatte er gesagt, er wolle einfach umfallen, und die Trauergäste sollten ihre Champagnergläser an seinem Sarg kaputtschlagen.

Eine unvergleichliche Geschichte

Neben seiner Frau, Katja Hofmann, sowie seiner Tochter aus erster Ehe, Nina Eichinger, hinterlässt der einflussreichste Filmemacher Deutschlands insbesondere eines: Ein großes Erbe. Massenerfolge sind es, die mit seinem Namen in Verbindung stehen: "Christiane F.: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", "Der bewegte Mann", "Der Baader-Meinhoff-Komplex", "Der Untergang", um nur eine Auswahl zu nennen. Auch die Verfilmung der "Unendlichen Geschichte" ist auf den kreativen Kopf des "Filmverrückten" zurückzuführen - der teuerste Film, der je außerhalb Amerikas Traumfabrik entstand. Doch ebensolche Erfolge waren es, die Eichinger wollte. Er wollte Massen erreichen, sie glücklich machen.

"Mit Bernd verlieren wir einen Freund und Weggefährten, unsere Trauer und den Schmerz kann man nicht in Worte fassen. Bernd war über 30 Jahre lang das Herz der Constantin Film und hat die Filmindustrie national wie international geprägt", teilt Constantin-Film, die Produktionsfirma, die Eichinger 1977 gegründet, seine Anteile an dieser aber im Jahr 2006 verkauft hatte, auf der Homepage mit. "Er war der repräsentativste Vertreter der Filmindustrie in Deutschland", weiß auch Arthur Cohn.

Ein Feuerwerk von Ideen

Eine Industrie, die zu vertreten alles andere als leicht war. Während das Jahr 2009 mit Filmen wie "Zweiohrküken" oder "Die Päpstin" einen Höhenflug für den deutschen Kinofilm darstellte, begab sich dieser im vergangenen Jahr wieder auf eine Talfahrt. Nur 18,4 Millionen Kinobesucher konnten die deutschen Produktionen verzeichnen - mehr als 50 Prozent weniger als im Vorjahr. In diesem Jahr jedoch wird alles anders, glauben Bernhard Burgener und Martin Moszkowicz von Constantin Film; obgleich sich die Filmbranche derzeit in einer so genannten "Storykrise" befindet, wie es sich auch James Cameron eingesteht.

Eine Krise, die es für Bernd Eichinger nach Ansicht seiner Bewunderer nie gegeben hat. "Das schaffen wir alle nicht, was der Bernd geleistet hat", verlieh Til Schweiger der Trauer über den Tod seines Entdeckers, Mentors und Freundes, ausgerechnet am Tag der Premiere seines Films "Kokowääh", Worte. "Er war ein echter Freund. Zum Glück hat er im vergangenen Jahr noch den Preis für sein Lebenswerk erhalt-
en. Das war schon lange überfällig", fügt Schweiger laut der Morgenpost hinzu.

Jeden Winter verschlug es Eichinger für einige Monate nach Los Angeles, um dort an neuen Ideen zu arbeiten. Diesmal habe er, das berichtet der Stern, bis April bleiben wollen, um an seinem neuesten Coup, einem Drehbuch zur Verfilmung des Schicksals von Natascha Kampusch, zu feilen; oder aber an seinem Traum, die Nibelungen erneut auf die Leinwand zu bringen. "Lieber Bernd, du hast mich viel gelehrt und mich stets inspiriert", sagt auch der Hamburger Regisseur Fatih Akin voller Bewunderung. "Du warst der Größte. Leider hat unsere erträumte Zusammenarbeit nicht geklappt. Das Leben ist kurz. Ich trauere um dich."

(nm)
11
Kommentare insgesamt

David S.
27.01.2011 18:53
Gast
die news is aber mal spät dran

R.I.P. Eichinger

Ronske
27.01.2011 18:55
Gast
R.I.P

Und wieder ein großer Deutscher von uns gegangen

L G.
27.01.2011 20:32
Gast
Wirklich schade um einen großartigen Menschen...

L G.
27.01.2011 20:32
Gast
Wirklich schade um einen großartigen Menschen...

Miss Verständnis
27.01.2011 22:06
reg. Mitglied
ein grossartiger mensch
man möge ihn in guter errinnerung behalten

Püppi S.
28.01.2011 01:49
Gast
Er war einfach der Hammer.... So viele geile Filme....Hammer echt...
R.I.P.

Die fromme h.
28.01.2011 08:43
Gast
Einfach nur traurig........

Escobar
28.01.2011 13:24
Gast
kettenrauchen war noch nie gut fürs herz!

Ronske
28.01.2011 13:58
Gast
dumm schwatzen auch nicht

Coca f.
29.01.2011 12:01
Gast
..und bushido-filme auch nich *muha*
11
Kommentare insgesamt
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