Beschwerde über gezielte Stellnetzfischerei auf Wandersalmoniden
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchte ich mich über die unzumutbaren Verhältnisse bezüglich der Netzfischerei vor den Küsten von Mecklenburg-Vorpommern beschweren.
Meine Beschwerde betrifft die gezielte Fischerei auf wandernde Salmoniden (Meerforelle und Lachs) an den Küsten unseres Landes.
Die Meerforelle war in ihrem Bestand existenziell gefährdet; der Lachs galt in Deutschland als ausgestorben. Dass es beide Fischarten noch beziehungsweise wieder in Deutschland gibt, ist einem großen finanziellen Aufwand und ungezählten ehrenamtlichen Arbeitsstunden zu verdanken. Aufzucht- und Besatzmaßnahmen erfolgen nicht zuletzt durch Mittel, die sich aus Fischereiabgaben der Sportfischer speisen. Ebenso werden viele der ehrenamtlichen Arbeitsstunden zum Erhalt der bedrohten Großsalmoniden über Angelvereine geleistet.
Im krassen Gegensatz dazu steht die gezielte Netzfischerei auf wandernde Salmoniden.
Da in Mecklenburg-Vorpommern keine gesetzliche Regelung für einen Mindestabstand zur Uferlinie besteht, werden Stellnetze direkt in die Frühjahrswanderwege der Salmoniden gestellt. Durch die exzessive Netzfischerei werden bestandserhaltende Maßnahmen teilweise ad absurdum geführt. Schleswig-Holstein und Dänemark gebieten 200 m Mindestabstand zur Uferlinie.
Auf der Insel Rügen lassen sich Stellnetze in unmittelbarer Ufernähe beobachten. Oft stehen diese in deutlich weniger als 50m Entfernung zur Uferlinie.
Neben der Gefährdung der Salmonidenbestände gebe ich zu bedenken, dass in der Uferzone Tauchvögel besonders zahlreich auf Beutejagd sind und ebenfalls durch ufernahe Netze gefährdet sind.
Einen weiteren Grund für eine Neuregelung sehe ich in einer Beeinträchtigung des touristischen Potentials unseres Landes außerhalb der Hauptsaison.
Die Angelfischerei auf Meerforellen erfreut sich einer enormen Beliebtheit und zieht im Frühjahr Angeltouristen aus ganz Deutschland an. Aufgrund der Netzfischerei genießt unser Bundesland inzwischen einen zum Teil einen schlechten Ruf unter Meerforellenanglern. Gerätehändler und Informationsplattformen im Internet warnen oft schon vor Besuchen der Meerforellenreviere Mecklenburg-Vorpommerns.
Ich möchte anregen, hier eine Neureglung zu veranlassen, die 200m Mindestabstand zur Uferlinie beinhaltet.
Ich freue mich auf Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen