Der Tag schien ohnehin wie geschaffen für
Bartels. Gleich im ersten Versuch übertraf
er am Morgen die Qualifikationsweite von
20,25 Metern, bei 20,56 Metern fiel die
Kugel herunter. "Wenn ich noch zulegen
kann, dann sieht es gut aus für heute
Abend", sagte Bartels. Im Gegensatz zu
Olympia 2004 in Athen, wo er nach gutem
Vorkampf als Achter enttäuschte, konnte er
sich tatsächlich wieder mal steigern, als
es darauf ankam. Darüber hinaus half dem
Mecklenburger der abendliche Nieselregen:
"Je schlechter das Wetter, desto besser
für mich. Bei Regen haben die anderen ihre
Probleme, vor allem die
Drehstoß-Techniker", hatte er prophezeit.
Zwei "Dreher" aber hatten überhaupt keine
Probleme, vor allem nicht Adam Nelson: Wie
ein wild gewordener Bulle rotierte er
durch den glatten Ring und legte eine
beeindruckende Serie hin. Der erste Stoß
war gleich der beste - am Ende hatte der
30 Jahre alte Amerikaner, der sich vor
jedem Versuch aufpeitschte wie ein
Besessener, dann tatsächlich sein erstes
Gold. Ein Schicksal wie in Athen, als er
den Sieg trotz identischer Weite (21,16m)
wegen des schlechteren zweiten Versuchs an
Bilonog verlor, blieb ihm erspart.