ich bin im großen und ganzen für die EU und fühle mich eigentlich gleichwertig als Deutscher UND als Europäer (speziell "alter Europäer"... thx 2 Donald Rumsfeld *g*)
Was ich mir jedoch wünsche würde, wäre mehr ein Europa der Europäer und nicht der Bürokraten und Lobbyisten. Ich finde, derzeit ist der Einfluss des Parlaments viel zu gering und der der nationalen Regierungen bedeutend zu hoch. Man bekommt da eher das Gefühl, dass da mehr gemauschelt denn demokratisch entschieden wird. DAS finde ich gehört schleunigst geändert.
Wenn dafür gewisse nationale Souveränitäten aufgegeben werden müssen, dann kann ich das verschmerzen, solange es nicht an verfassungsmäßige Grundlagen geht (Beispiel: Europäischer Haftbefehl und damit Auslieferung der eigenen Staatsbürger an "fremde" Nationen). Wer dort Dinge beschneiden will, muss vorher dafür sorgen, dass die damit zusammenhängenden Rahmenbedingungen harmonisiert wurden (in unserem Beispiel EU-weit gleiches Straf- und Prozessrecht etc.).
Ob es irgendwann einen quasi Nationalstaat "Europa" gibt, weiß ich nicht und kann ich mir unter den aktuellen Umständen (unterschiedliches Verständnis von einem "gemeinsamen Europa" bei den verschiedenen Mitgliedsstaaten) auch nicht vorstellen, aber man sollte eine Sache nicht verdammen, nur weil sie mit Problemen zu kämpfen hat. Die Vereinten Nationen z.B. sind auch trotz der Veto-bedingten faktischen Handlungsunfähigkeit des Sicherheitsrates immernoch eine gute Institution, die es zu erhalten gilt.
Und nochmal zu der Rolle Deutschlands als größter Nettozahler der EU: Wieso hat eigentlich niemand ein Problem damit, Großverdiener mehr zu besteuern als den kleinen Mann, aber wenns um sowas geht, jammern sie alle rum?

So ist das nunmal in einem Sozialsystem... jeder nach seiner Leistungsfähigkeit. Deutschland als IMHO mächtigste europäische Wirtschaftsnation kann nunmal einfach mehr Geld abdrücken als z.B. Polen. Ich seh da nix verkehrt dran. Nur sollte auf EU-seite endlich mal der ganzen Verschwendung der Mittel Einhalt geboten werden. Wenn ich dann Berichte sehe, dass man so viel Geld hat, dass man garnicht weiß, wohin damit und allen möglichen Scheiß finanziert, nur damit des Geld am Ende weg ist und man damit wiederum das hohe Budget rechtfertigen kann, dann wird mir manchmal schon ganz anders...