die löhne sind im freien fall, während die lebenshaltungskosten auf dem besten wege sind, unser sonnensystem zu verlassen.
ich verstehe alle meinungen hier. die eine, die sagen, dass sie lieber für weniger geld arbeiten, als sich beim assiamt zu melden, aber auch sehr gut die anderen, die sagen, dass sie lieber garnicht arbeiten gehen, und so halbswegs über die runden zu kommen, als arbeiten zu gehen, und von dem verdienst die laufenden kosten nichtmal ansatzweise decken zu können.
in zahlen vielleicht mal so ausgedrückt:
ein normaler mensch braucht im osten zum leben und zum erreichen des arbeitsortes so über den daumen 900,- netto. dann hätte er zwar am monatsende keine ersparnisse oder irgendwelche rücklagen, aber es würde noch gerade so reichen.
was aber, wenn jetzt von dieser person verlangt wird, bei gleichen kosten für nur noch 600,- zu arbeiten, ohne aussicht auf lohnerhöhungen, kann ich diese person verstehen, wenn sie sagt, dass sie dann lieber garnicht arbeiten geht, anstatt einen monatlich wachsenden schuldenberg zu haben.
in deutschland sehen viele nunmal arbeitskräfte als eine art verbrauchsmaterial. ist der eine aufgebraucht, holt man sich den nächsten. bestes beispiel sind da diese firmen, bei denen man mit seinem privaten auto waren ausliefern soll. verdienst und kosten stehen da in keinem verhältnis.
das alles würde sich auch durch einen mindestlohn in deutschland ändern. ganz nebenbei würde der mindestlohn zu einer stärkeren kaufkraft der bürger, somit zu einem steigenden nachfrageverhalten und dadurch wieder zu mehr arbeitsplätzen führen. aber das will ja niemand, weil ein mindestlohn kurzfristig die gewinne der konzerne, die den bundestag steuern, um höchstens 5% schmälern würde. deshalb verdrängt man einen mindestlohn. langfristig würden die gewinne deutlich steigen.