Spannende Interpretation von User HelicopterBen aus w:o
[i]Das Protokoll muß man lesen können, da ich mal in 61 (Stadtplanungsbehörde) gearbeitet habe erst mal der Hinweis, was 62 ist: das ist die KGSt-Nummer für die Bauordnungsbehörde.
Dort sitzen die Fachleute, allerdings hat natürlich eine normale Bauordnungsbehörde keinen Spezialsachverständigen für Loveparaden, das sind spezielle Events, bei denen im Regelfall ein externer Gutachter (den der Veranstalter beauftragen UND BEZAHLEN muss) der Behörde ein Konzept vorlegen muß, das in Übereinstimmung mit den Gesetzlichkeiten steht, was diese dann bestätigen muß.
Schaller hatte da keine Lust drauf, soll doch die Behörde sich (für Schaller kostenlos) eine Kopf machen wie es hinzubiegen ist. Den OB hatte er ja auf seiner Seite, die Parade muß stattfinden, egal wie.
Da das Gelände offenkundig schon 220.000 Teilnehmer nicht hergab, war der Veranstalter der Meinung, im schlimmsten Fall, also wenns irgendwo brennt oder klemmt, könne man mit einem Abfluss von 1/3 der Leute hinkommen (schien ja bisher immer gutgegangen zu sein). Da wollte aber die Behörde nicht ran, denn (verständlich) die Vorschriften sagen etwas anderes, und das aus gutem Grund. Was, z.B., wenn ein Gewitter mit massivem Hagelschlag aufzieht? Oder eine Bombendrohung (muß ja noch nicht mal eine Bombe tatsächlich dort liegen oder gar hochgehen)? Dafür sind die Vorschriften nun mal da, auch außergewöhnliche Ereignisse auf Großveranstaltungen dürfen nicht dazu führen, daß es (vermeidbare) Opfer gibt.
Der Ordnungsamtsmann Rabe scheint vom OB entsprechend 'eingepeitscht' worden zu sein, das Ding muß auf jeden Fall laufen, egal wie. Deshalb die Aufforderung an die Bauordnung (62) hier mitzuhelfen. Was 62 ablehnt, die haben nicht die Fachleute für so was.
Stattdessen soll der Professor hier 'begutachten'. Das kann ja, wenn es bei 155 m Fluchtweg blieb, nur auf eine Ausnahmegenehmigung, also Befreiung von der Bauordnung, rauslaufen, und dafür braucht man gute Gründe, also z.B. daß durch besondere Einlasskontrollen oder andere Maßnahmen keine 'gefährlichen' Gegenstände ins Gelände kommen können, die Besucher sehr ortskundig sind, und in Brandschutzübungen vorher das sich Gruppieren auf vorgegebene Sammelplätzen trainiert haben, alles Dinge, die bei einer Loveparade wohl ausfallen dürften.
Im Ergebnis wäre spannend, wer dann die Genehmigung letztlich erteilte, und von welchen Vorschriften warum befreit wurde, und wer dies geprüft hatte (extern der Professor