gar nich so einfach bilder zu finden
"Düsternis bricht über den Bildschirm herab. Grobkörnige, zitterige Schwarzweiß-Bilder, so ursprünglich und erschreckend, wie irreal und verstörend. Schier abschreckend. Überall Schatten, überall Unklarheiten, nirgendwo Dialog. Dann sehen wir eine in Laken gehüllte Kreatur, die von den Credits als "God Killing Himself" identifiziert wird. Dieses Wesen erbricht seine Gedärme, und schneidet seinen Leib in einer quälend langen Einstellung auf. Aus dem kaum erkennbaren Mischmasch aus Blut, Fleisch und Gott entsteht eine zweite Kreatur, diesmal "Mother Earth", die, sich den Busen haltend, durch die verstörende Umgebung läuft. Nach ihrer Reise durch erschreckende Bildhintergründe entnimmt sie dem erigierten Geschlechtsorgan eines anderen Gottes den Samen und befruchtet sich selbst. Sie gebiert "Son of Earth - Flesh on Bone", der draußen in der Wüste von Nomaden-artigen Wesen gefoltert und zerstückelt wird.
Dazu wummert ein unheilvolles Industrialbrummen, meist überlagert mit einem allgegenwärtigen Herzrhythmus-Bass, der im Laufe des Filmes immer schneller wird. In den brutalen Szenen, in denen die hermaphrodite Kreatur, die von der Frau geboren wurde, hingeschlachtet wird, hören wir sogar Vogelzwitschern. Die Bilder bleiben ein unbeantwortetes Rätsel. Die Kamera ist mal statisch, mal amateurhaft gebrochen, ein weiteres Mal wild entfesselt. Sie zoomt ohne Rücksicht auf Schärfe an die Szenerie heran, ohne dem Zuschauer überhaupt die Möglichkeit auf Orientierung oder Erleuchtung zu geben. Die Bilder sind eher wie aufziehende Gewitterwolken, in die man hinaufschaut, und grausige Fratzen erkennt - oder wie ein Rorschachtest, der keine universelle Bedeutung zu haben scheint, uns allen aber etwas mitgeben kann."
halt popcorn-kino^^