@cara - da bin ich gerade und da ist was
dran. je mehr man über etwas redet. umso
größer wird die versuchung.
Informieren hat nicht nur die Bedeutung
von "unterrichten" oder sich "Kenntnis zu
verschaffen über irgend etwas".
Informieren hat auch etwas zu tun mit
in-formare - etwas formen. Wer informiert,
der kann beeinflussen, formen, etwas in
eine bestimmte Form bringen, indem er es
auch in einer bestimmten Form vermittelt
(Nachricht jemanden nach etwas richten).
Wenngleich wir davon ausgehen können, dass
jeder Mensch geprägt ist und dazu neigt,
eher das zu glauben, was seine Meinung
bestätigt, so lässt er sich trotzdem von
Inhalten beeinflussen, die ihm vorgelegt
werden.
Gedanken lassen sich allein schon insofern
steuern, als der Informant darüber
bestimmt, was wir denken oder reden
sollen. Er bestimmt das Denktraktandum. Es
ist deshalb nicht verwunderlich, wenn z.B.
bei Jugendlichen, die sich dauernd mit dem
Thema NPD auseinandersetzen müssen,
plötzlich auch mit der NPD
experimentieren. Das gedankliche
Fokussieren hat allmählich unbewusst
Interesse und Neugierde geweckt.
Die Medien, welche die Themen und Bilder
auswählen und bestimmen können, verfügen
über ein grosses Machtmittel im Bereich
Beeinflussung. Dann, wenn Information zur
Desinformation wird, gilt es bei
Beeinflussungsprozessen wachsam zu sein.
Vorab dann, wenn der Informierende
übertreibt, bewusst verknappt (Themen
ausklammert) überbewertet, verdreht oder
absichtlich oder unabsichtlich verfälscht.
In Krisen- und Kriegssituationen hat sich
bestätigt, wie wichtig Informationen als
Beeinflussungselemente sind.
Wer informiert und wer informiert wird,
muss sich ferner damit abfinden: Jedermann
ist präformiert, das heisst geprägt, und
kann das Subjektive nie vollständig
ablegen.
da ist was dran