http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13487494.html
"Die Geschäftsidee wurde bei einem Treffen im Frühjahr 1983 ausgeheckt: Im damaligen ZK-Gebäude versammelten sich Gesundheitsminister Ludwig Mecklinger (SED), sein Stellvertreter Ulrich Schneidewind (SED), der für Gesundheitspolitik zuständige ZK-Abteilungsleiter Karl Seidel (SED) und Schalck-Golodkowski.
Das Gesundheitssystem, so die Weisung von oben, könne nicht länger Kostgänger der Republik bleiben. Fortan sei Devisenerwirtschaftung für alle gesellschaftlichen Bereiche das Gebot der Stunde.
Die im ZK versammelte Genossenrunde zeigte sich kreativ: Die DDR, so das Diskussionsergebnis, könne über das Internationale Rote Kreuz Blutplasma der DDR-Bürger verkaufen, sie könne mit der niederländischen Organbank Eurotransplant enger kooperieren und den Reichen der Dritten Welt Spezialoperationen anbieten, wie die in Erfurt praktizierte Extremitätenverlängerung. Und auch mit der westlichen Pharmaindustrie könne man gut ins Geschäft kommen - mit klinischen Tests von Arzneimitteln."