"Das Gesundheitswesen der USA stellt sich
bis heute als problematisch dar. Es gibt
keine bundeseinheitliche Regelung der
Krankenversicherung, nur verschiedene
Versicherungsoptionen. Dazu zählen
gewinnorientierte private
Versicherungsunternehmen,
Betriebskrankenkassen sowie
Organisationen, wie die Health Maintenance
Organisations (HMO). Diese ähneln den
deutschen Krankenkassen: Versicherten
zahlen einen festen Monatsbetrag ein, der
(weitgehend) unabhängig ist von den
individuell in Anspruch genommenen
Versicherungsleistungen.
Das amerikanische Gesundheitswesen krankt
an zwei Ursachen. Die USA haben die
höchsten Gesundheitsausgaben der Welt.
Gründe dafür: Übertriebener Einsatz
teurer, hochtechnisierter Apparatemedizin,
zu viele Untersuchungen von Seiten der
Ärzte, mangelnde Konkurrenz zwischen den
großen Versicherungsunternehmen, hoher
Verwaltungsaufwand.
Die andere Krise besteht darin, dass rund
40 Millionen Amerikanerinnen und
Amerikaner, also 15 Prozent der
Bevölkerung, über keinen
Versicherungsschutz verfügen, eben weil es
keine Verpflichtung zur
Krankenversicherung gibt. Lediglich ein
sehr kleiner Betrag wird den
Erwerbstätigen vom Einkommen abgezogen, um
die staatliche Krankenversicherung im
Rentenalter (Medicare) zu finanzieren.
Staatlichen Versicherungsschutz genießen
über diese Programme auch die Armen
(Sozialhilfeempfänger), so dass vor allem
die unteren Einkommensschichten vom
Phänomen der Versicherungslosigkeit
betroffen oder unterversichert sind.
Präsident Clinton und sein Ehefrau Hillary
Rodham Clinton haben vor diesem
Hintergrund 1993/94 versucht, eine
umfassende Gesundheitsreform
durchzusetzen. Demnach sollte jede
Bürgerin und jeder Bürger einen staatlich
garantierten Anspruch auf eine
Krankenversicherung erhalten. "
Quelle:usa.de