Als Einführung zur FDP gibt es ersteinmal einen schönen Artikel.
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Auto-Feindschaft, Frauenquote, Ökostrom – die Grünen wollen uns zwangsbeglücken. Doch wir brauchen keinen Tugendstaat, sondern echten Liberalismus."
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"Die Westerwelle-Blockade fällt jetzt weg – die Unlust, Zeiterscheinungen zu kritisieren, die auch Guido Westerwelle kritisieren würde, weil mit Westerwelle übereinzustimmen peinlich ist. So traut man sich nun eher, die Gefahr anzusprechen, dass die Bundesrepublik auf den Weg in einen bevormundenden, sanft tyrannischen Tugendstaat gerät.
Es ist eine Entwicklung, die eng mit dem Siegeszug der gegenwärtig erfolgreichsten deutschen Partei, der Grünen, zusammenhängt. Das Gegenmittel wäre tatsächlich jene politische Philosophie, die von der FDP für sich beansprucht wird, der Liberalismus. Der Gegensatz zwischen der antigrünen FDP und den antiliberalen Grünen, auf dem Westerwelle immer auf eine so krawallig-unsympathische Art herumgeritten war, ist wirklich ein Grundkonflikt der deutschen Gegenwart.
Das jüngste kuriose Beispiel für die gut gemeinte Betreuung der Bürger bietet die parteiübergreifend populäre Idee der »Restaurant-Ampel«, die den Besucher eines Speiselokals schon an der Tür mit einer grünen, gelben oder roten Plakette auf den amtlich ermittelten hygienischen Zustand der Gaststätte hinweisen soll. Solche Hilfs- und Kontrollaktionen breiten sich aus. Der Tugendstaat ist der Staat des Rauchverbots, der Frauenquote und des Antidiskriminierungsgesetzes, der Staat des beschleunigten Atomausstiegs und des verlangsamten Autofahrens, der Staat, der seine Männer durch Erziehungsmonate zu besseren Vätern und seine Stromkunden mit subventionierten Preisen zu Konsumenten erneuerbarer Energie erziehen will.
Der Tugendstaat erlässt nicht einfach Vorschriften (das tut jeder Staat), er will mit einem immer perfekteren Ensemble von steuernden Eingriffen seine Bürger moralischer, gesünder und umweltbewusster machen. Die Mittelschicht möchte er mit dem Elterngeld zur Gründung größerer Familien veranlassen, der Unterschicht gibt er Gutscheine für die Bildung und sportliche Ertüchtigung ihrer Kinder in die Hand, die sich garantiert nicht für die falsche Lebensführung der Eltern missbrauchen lassen."
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------>http://www.zeit.de/2011/22/Tugendstaat-Liberalismus/seite-1