@Nicklass: Der ZEIT-Artikel ist gut. Und er ist ein gutes Beispiel dafür, warum der Schrei nach härteren Strafen völlig unsinnig ist. Das Strafrecht bietet bereits heute eine große Möglichkeit - diese wird nur nicht (oder nicht zügig) genutzt. Bestes Beispiel: Schwere Körperverletzung gegen meine Person. Vor 6 Jahren. Das Verfahren schwebt noch heute irgendwo in der Staatsanwaltschaft.
Die Frage ist also nicht die Härte der Strafen sondern deren Umsetzung. Das zeigt auch das oben angeführte Beispiel NYC. Dort wurde nichts radikalisiert, es wurde nur das umgesetzt, was auch vorher schon möglich war - mit dem Unterschied, dass die ganzen faulen Beamten nun auch tatsächlich zum Arbeiten geschickt werden. Denn im Beamtenaparat kann getrost die zweite Ursache für die Misere gesehen werden. Sprich: Bildungsmangel als Primärfaktor, mangelnde Konsequenz in der Umsetzung bestehender Gesetze als Sekundärfaktor. Ein Schrei nach härterer Strafe und Bootcamps bleibt dennoch populistisch und polemisch - wer es nicht glaubt, darf sich in den weiter vorne genannten Artikeln darüber belesen